Handy in Haft soll schwieriger werden

Handys sind im Gefängnis mehr als gefragt. Die alten “Knochen” kosten für Gefangene manchmal ein Vermögen. In der Not werden die Wucherpreise bezahlt. Die Häftlinge nutzen sie für den privaten Gebrauch – also der Kommunikation mit ihrem sozialen Umfeld. Manche nutzen sie aber auch für krumme Geschäfte, Drogenhandel, aber auch für die Verbreitung von Kinderpornographie. Im WDR kam nun eine Reportage über einen neuen Spürhund, der Handys aufspüren soll.

Yam findet angeblich jedes Handy

Dem Rottweiler mit Namen Yam bleibe angeblich nichts verborgen. Dabei sei es ihm egal, ob er ein Samsung oder ein Apple-Gerät aufspüren solle. Er mache da keinen Unterschied. Auch das noch so kleine Handy soll er angeblich finden.  

Handyspürhund in der JVA Attendorn
Bildquelle: WDR und https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/jva-attendorn-handy-spuerhund-100.html

Die Erfolgsquote liege bei 100 Prozent. Dabei sei kein Versteck ihm zu gut oder zu kompliziert, obwohl die Häftlinge hier sehr erfinderisch seien. Er schlage sogar bei Verstecken im Duschgel an.

Für das Auffinden von Datenträgern sollen noch mehr Hunde – vornehmlich aus dem Bereich der Drogenspürhunde – ausgebildet werden. Man nennt es einen “wichtigen Schritt im Kampf gegen die unerlaubte Nutzung von Handys im Knast”. 

Doch was spricht eigentlich gegen die Nutzung?

Eingangs habe ich es erwähnt: Die Nutzung reicht von der Aufrechterhaltung der sozialen als auch der kriminellen Kontakte. Machen wir uns nichts vor, der Kassiber funktioniert auch noch. Nachrichten, die keiner lesen soll, werden so weitaus effektiver in die Außenwelt gebracht, als das Telefonat. Mit dem Staatstrojaner ist doch auch das Senden verschlüsselter Nachrichten zumindest erschwert worden.

Warum also diese unbedingte Isolierung?

Sie werden jetzt sagen, dass doch jeder Gefangene auf dem Flur telefonieren kann. Ja, auch mancher Gefangene hat – zum Graus des Freien und Integren – ein Telefon auf “Hütte”. Kennen Sie die Preise für ein Telefonat? Das Monopol nutzt TELIO aus. Das ist die Firma. Hier werden Preise aufgerufen, die es nicht einmal in den kühnsten Erinnerungen von vor 20 Jahren in der freien Wirtschaft gab.

Es wäre ein Anfang, wenn jede Zelle ein eigenes Telefon hat. Das kann der Gefangene entweder mieten oder man stellt ihm eine alte “Krücke” hin. In Deutschland wählt man immer noch die Telefonnummer nach Zahlen. Und dann schraubt die Kosten für Telefonate runter. Bei Verdächtigen kann man eine Überwachung nach vorherigem Gerichtsbeschluss schalten.

Man kann sich aber auch anstellen. Oder sehen Sie das anders?

Thomas Penneke

Rechtsanwalt / Fachanwalt für Strafrecht

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