Rocker weniger kriminell

Das kriminologische Forschungsinstitut Hannover hat mehr als 230 Ermittlungsakten ausgewertet und nichts Spektakuläres gefunden. Danach scheint es so, dass Rocker doch weniger kriminell seien als gedacht. Aber es wird auch ein interessanter Vergleich gezogen: Was haben Rocker mit englischen Internaten zu tun. 😉

In der Sendung “Hallo Niedersachsen” kam am 29.12.2020 um 19:30 Uhr ein interessanter Beitrag zu einer Studie. Daher habe ich diese Information und bin erstaunt.

In Strafverfahren dürfte jetzt der Rockerbonus wegfallen?

2019 verzeichnete das Land Niedersachsen 900 Personen in Rockerclubs.

Ganze 36 Ermittlungsverfahren seien in dem Jahr gegen Members von Rockerclubs anhängig gewesen, so der Bericht.

Eine Aussage zum Ausgang der Verfahren wird nicht gemacht. Gegen wie viele Personen ermittelt wurde, wird auch nicht genannt. Nur zu den Vorwürfen wird nebulös vorgetragen, dass es sich um Drogen-, Waffen- und Rotlichtkriminalität gehandelt habe. Ob hier mehrere Verstöße gleichzeitig von einer Person begangen wurden und wie schwer überhaupt einer der Vorwürfe wiegt, wird in dem Bericht nicht erwähnt. Aber die Zahl 36 ist schon gar nicht monströs. Da muss wenigstens der Vorwurf böse klingen.

Der Landespolizeipräsident Axel Brockmann wird dann im Originalton damit gehört, dass hiermit keine Beruhigung bestätigt werden könne.

Bettina Zietlow vom kriminologischen Forschungsinstitut Hannover erklärt ihre Arbeit zu dem aufgeladenen Thema (sic!). Ihr zentrales Ergebnis: “unspektakulär”.

Es wurde in Akten recherchiert und Interviews geführt. Alles wurde über Jahre zusammengetragen und zu dem Ergebnis kam das Institut. Sie stellen fest, dass es keine Anhaltspunkte für Taten mit anderen Rocker gegeben habe und dass es sich bei einigen Taten auch um Einzelfälle gehandelt habe (die wohl gar nichts mit dem Rockerdasein zu tun hätten).

Die These, dass Rockerclubs kriminell seien, sei nicht zu halten.

Sie meint sogar, dass es sich eher um eine spießige Szene (sic!) handele. Mit der starken Form an Männlichkeit würden feste Regeln gesetzt und Rituale eingehalten. Sie verglich dann die Rockerclubs mit den englischen Internaten. Diese würden auch mit festen Regeln und Ritualen arbeiten, um eine elitäre Gruppe heranzuziehen. Für Außenstehende sei das komisch anzusehen, wäre aber so.

Ich kenne das. Selbst bin ich Mitglieder einer schlagenden Burschenschaft. Für Außenstehende sieht das auch komisch aus. Aber die müssen ja auch nicht mitmachen!

Der Rockerbonus sollte nun auch mal in Strafverfahren wegfallen!

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