kuriose Wortschöpfungen

Brille-001In polizeilichen Protokollen finden sich immer wieder kuriose Wortschöpfungen. Der “beschuhte Fuß” war Gestern und ist ein Relikt, das die Uni lehren darf.

Heute stieß ich in einer Akteneinsicht auf das “bebrillte Auge”. Der Täter soll das Opfer auf das “bebrillte Auge” geschlagen haben. Nun kann man das recht schnell verstehen. Wieso man das mit so umständlichen Kreationen ausdrücken muss, bleibt ein Geheimnis der Polizeibeamten, die das Wort nützen. Ich trat eine kleine Nachforschung an. Unter www.helpster.de findet man den Hinweis auf die “Schminkbrille” als “bebrilltes Auge”. Unter weiteren Schminkseiten (die mir meine Frau mitteilte) stolpert man immer wieder über den Begriff des “bebrillten Auges”. In einem Gesundheitsforum (nein, soweit ist es noch nicht, doch ich gab den Begriff bei www.google.de einfach mal ein) sprach jemand sogar von seinem “nicht bebrillten Auge”. Der Patient wollte nur ausdrücken, dass er nunmehr keine Brille mehr trägt. Dass sich eine Person zu den “bebrillten Menschen” zählt, sorgte mich dann auch nicht mehr in einem Forum für Betroffene, die das erste Mal eine Brille tragen müssen. Abgesehen davon, dass ich mir Sorgen darum mache, dass es Menschen gibt, die ein solches Forum benötigen, finde ich den Begriff “bebrilltes Auge” nun nicht mehr so befremdlich und werde ihn brav in meinen Plädoyers und Schriftsätzen einbauen. Und das mit “bekontaktlinseten Augen”….. Strafverteidiger Thomas Penneke

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