Nach Taxifahrt: Geld in den Mund gestopft

In M√ľnchen kam es 2013 zu einem Fall, der schon etwas besonderes ist. Da hat doch ein Fahrgast dem Taxifahrer einen 100 EUR in den Mund gestopft. Warum macht er das? Wie kam es dazu? Was wurde daraus? ūüėČ

Die Entscheidung ist schon etwas √§lter und schlummerte in meinen Entw√ľrfen zum Blog.

In M√ľnchen hatte sich folgendes zugetragen:¬†Am 1.¬†August¬†2013 kam es gegen 2.45¬†Uhr zwischen einem Taxifahrer¬†und seinem Fahrgast auf der Fahrstrecke in M√ľnchen zu einer Auseinandersetzung. W√§hrend der Fahrt¬†√§u√üerte¬†der¬†Fahrgast¬†pl√∂tzlich, dass der¬†Taxifahrer¬†nicht schnell genug fahre, da dieser an Ampeln, die bereits Gelblicht zeigten, nicht weiterfuhr, sondern stattdessen anhielt. Aus diesem Grund wollte der¬†Fahrgast¬†aussteigen. Der¬†Taxifahrer¬†hielt an und forderte das Fahrtgeld. Der¬†Fahrgast weigerte sich zu zahlen und als der¬†Taxifahrer¬†auf sein Geld bestand, nahm der¬†Fahrgast¬†einen 100¬†Euro-Schein aus seiner Tasche und versuchte, ihn dem¬†Taxifahrer¬†in den Mund zu stopfen. 😏

Taxifahrer will Schmerzensgeld

Nunmehr verlangte der Taxifahrer von dem ehemaligen Fahrgast Schmerzensgeld in H√∂he von mindestens 1.100 EUR. Der¬†Taxifahrer¬†erlitt n√§mlich eine zwei Zentimeter lange, blutende Sch√ľrfwunde im Gesicht unterhalb des rechten Auges und eine Prellung im Gesicht. Der¬†Fahrgast¬†behauptet, er habe aussteigen wollen, da der¬†Taxifahrer¬†die ganze Zeit telefoniert habe. Der¬†Fahrgast¬†macht im √úbrigen Erinnerungsl√ľcken aufgrund seiner Alkoholisierung zum Zeitpunkt des Geschehens geltend.

Der¬†Taxifahrer¬†erhob Klage vor dem Amtsgericht M√ľnchen.

Schmerzensgeld in Höhe von 500 EUR

Das¬†Amtsgericht M√ľnchen verurteilte den¬†Fahrgast¬†zur Zahlung von 500¬†Euro¬†Schmerzensgeld. Er glaubte der Schilderung des Taxifahrers. Zur H√∂he des Anspruchs f√ľhrt das Gericht aber aus, dass das Gericht insbesondere ber√ľcksichtigt habe, dass der Kl√§ger gl√ľcklicherweise nur leichteste Verletzungen erlitten habe, nur einen Tag arbeitsunf√§hig gewesen sei, nicht station√§r habe behandelt werden m√ľssen und – selbst wenn er in der Folge noch Medikamente einnehmen musste – in seiner Lebensf√ľhrung nur kurzzeitig beeintr√§chtigt gewesen sein d√ľrfte.

Andererseits sei zu ber√ľcksichtigen, dass die Handlung des Beklagten zugleich auch als t√§tliche Beleidigung zu bewerten sei.

Thomas Penneke

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