Hellseherin verurteilt

Eine 29-Jährige junge Dame gab vor, eine Frau mit einem Ritual heilen zu wollen. Laut Gericht habe sie die Notlage der Geschädigten ausgenutzt. Sie habe laut Urteil mit einem letzten Ritual 250.000 EUR erbeutet. Wie sie das gemacht haben soll, wirkt schon schräg.

Die Angeklagte habe einer Freundin, die sich an sie gewandt habe, erklärt, dass sie ihrer schwer kranken Schwägerin helfen könne.

Es folgten merkwürdige Rituale, Beten mit einem Hühnerei unterm Bett, Kartenlegen, angebliche Glaubensprüfungen und noch anderer Hokuspokus, für den die Frau Tausende von Euros zahlte.

Weil nichts half wäre am Schluss nur noch ein großes Ritual möglich gewesen, um der kranken Schwägerin zu helfen.

Die Frau hätte (nach den Urteilsfeststellungen), um ihrer Schwägerin zu helfen, 300.000 Euro in Plastikfolie umwickelt unter ihrer Matratze verstecken und intensiv beten müssen. Dann würden die bösen Dämonen vertrieben werden.

Bargeld durch Spielgeld ausgetauscht

Die Frau habe aber nur 250.000 EUR in bar beschaffen können. Die Angeklagte habe erklärt, dass sie ihr helfen und auch noch 50.000 EUR hinzulegen wolle.

Der Heilungserfolg sei dann davon abhängig gewesen, dass die Frau nach dem Ritual keinesfalls unter der Matratze nachschaue. Drei Monate später tat sie es doch und stellte fest, dass dort nur noch Spielgeld lag. Sie habe dann das Geld wieder eingepackt und es unters Bett gelegt. Sie habe danach gebetet und Kerzen angemacht. Hiernach sah sie in dem Beutel noch einmal nach. Es hatte sich nichts geändert.

Das Gericht glaubte der Darstellung der Geschädigten und verurteilte die Angeklagte zu drei Jahren Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert.

Der Sachverhalt klingt irre. Wenn Menschen auf sowas wirklich reinfallen, dann muss man sich über den Erfolg des “Enkeltricks” nicht wundern.

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