NSU – Ein neues “Heilbronner Phantom”?

Die DNS von Herrn Böhnhardt (NSU) befand sich wohl nur auf dem verdreckten Spurensicherungsmaterial und nicht auf der gefundenen Kinderleiche von Peggy. Jedenfalls meldeten dies gerade mehrere Radiosender. Das erinnert mich an die mit anderer DNS behafteten Wattestäbchen, die schon im Fall der ermorderten Polizistin Frau Kiesewetter in Heilbronn ein Phantom erzeugten und für Unruhe sorgten.

Das Heilbronner Phantom:
Die von der Spurensicherung am Polizeifahrzeug damals genommenen Proben enthielten die DNS einer unbekannten Frau. Dies galt lange Zeit als der am ehesten erfolgversprechende Ermittlungsansatz. Nachdem diese DNS über Jahre hinweg an mehr als vierzig Tatorten nachgewiesen werden konnte, waren fünf Sonderkommissionen, sechs Staatsanwaltschaften in drei deutschen Bundesländern und polizeiliche Ermittler in Deutschland, Österreich und Frankreich mit der Aufklärung beschäftigt.

Der vermeintlichen Täterin, die man Heilbronner Phantom nannte, wurden sowohl vor als auch nach dem Polizistenmord eine Reihe von unterschiedlichsten Straftaten an verschiedenen Orten in Österreich, Frankreich und Deutschland zugeordnet, was die Ermittlungsbehörden zunehmend an der Brauchbarkeit dieser Spuren zweifeln ließ. Ende März 2009 wurde schließlich bekannt, dass die gefundene DNS aus einer Verunreinigung der für die Spurensicherung verwendeten Wattestäbchen herrührte; die DNS stammt von einer Verpackungsmitarbeiterin eines an der Herstellung beteiligten Unternehmens. Daraufhin musste dieser Ermittlungsansatz fallen gelassen werden.

Dieser Fall der ermordeten Polizistin wird jetzt auch dem NSU im Prozess in München zugeordnet. Es bleibt zwar spannend in der endlosen Geschichte um den NSU, viel mehr erschreckender finde ich die Arbeit bzw. den Zustand der Arbeitsmaterialien der Ermittlungsbehörden.

Soweit es sich auch als wahr erweist.

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