Prozessbeginn im Fall “Höxter”

Heute beginnt der Prozess vor dem Landgericht Paderborn gegen ein Ehepaar aus Höxter. Höxter ist die östlichste Stadt Nordrhein-Westfalens und liegt im Holzmindener Wesertal (Teil des oberen Wesertals) unmittelbar westlich des Solling und östlich des Oberwälder Landes am Ostrand des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge. Hier in dieser beschaulichen Kleinstadt hatte sich wohl Grauenvolles in einem Haus abgespielt. Das Ehepaar steht u.a. wegen Mordes durch Unterlassen und weiterer Gewaltdelikte vor Gericht.

Sie waren ein Paar und entführten junge Frauen in ihr Haus in Höxter. Sie sollen ihre Opfer vergewaltigt und geschlagen haben. Zwei Frauen starben nach monatelangen Schlägen. Schlafen mussten sie in der Badewanne im Keller. Dort sollen sie an Armen und Beinen angekettet gewesen sein. Der Gesundheitszustand verschlechterte sich und das Paar holte keine Hilfe.

Die Frau hat bereits gestanden und es sieht nicht so aus, dass sie ihr Aussageverhalten ändern wird.

Aufgeflogen ist das Paar letztendlich, weil sie doch eine junge Frau wieder in deren Heimat zurückbringen wollten und unterwegs hatten sie eine Panne. Die entführte Frau war schwerkrank und daher holte man doch einen Krankenwagen.

Dieser Sachverhalt klingt mehr als merkwürdig.

Finden Sie nicht?

Was hatten sie wirklich vor? Der Prozess wird gewiss spannend für Strafverteidiger.

Interessant ist aber auch, wie das Ehepaar ihre Beziehung führte. Was bisher beschrieben wurde, klingt mehr als nur krank. Der Mann soll seine Frau auch wie Dreck behandelt haben. Bei SPON wird die Liebe des Ehepaars so beschrieben:

Schon kurz nach Beginn der Beziehung, das schildert Angelika W. den Ermittlern, habe Wilfried W. ihr Gewalt angetan. Im Laufe der Jahre habe er sie immer wieder schwer misshandelt. Mit dem Spruch “Decken, Alte” etwa habe er ihr eine Decke und ein Oberbett über den Kopf gezogen und sich dann auf sie gelegt. Mindestens 20 Mal sei sie deshalb bewusstlos geworden. Den Job in der Gärtnerei gibt sie wegen Wilfried W. schon kurz nach Beginn der Beziehung auf.

Daher stellt sich für die Ermittler die Frage, wer die treibende Kraft bei den beiden war. Es dürfte ein langer Prozess werden. Bis Ende März will die Große Strafkammer ihr Urteil sprechen. Es sollen 48 Zeugen gehört werden.

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2 Gedanken zu „Prozessbeginn im Fall “Höxter”“

  1. Bei einem Fall der so fest steht sollte man nicht mehr danach fragen wer denn nun die treibende Kraft war. Beide haben sich ÜBER JAHRE hinaus höchst asozial verhalten, so das (nachgewiesen) sogar mind. 2 Menschen starben. – Ob die frau nun den “ersten Stein” schmiss oder ihr typ spielt für mich keine Rolle mehr. – Ich weiß, ein guter RA holt dabei noch ein paar Monate raus, aber hier sollte wirklich die Moral dem Recht nachstehen (so wie es eig auch immer sein sollte). In solchen Fällen: “Kurzer Prozess” um Zeit und Kosten für wichtige Fälle zu nutzen. – Aber ich sehe hier, das sich garantiert ein werbegeiler RA (sorry, aber ich finde davon gibt es genug) sich über Anträge und evtl Verfahrensfehler profilieren wird.

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