Auf ein Wort: Zum Prozess Feuerteufel von Rellingen

Der Beitrag “Brandstifter bleibt im Gefängnis” sorgte für die eine oder andere Frage, die mich erreichte. Um meinen Eindruck aus den Hauptverhandlungen und meine Ansicht der Dinge mal kurz darzustellen, erfolgt hierzu ein Blogbeitrag. Was brannte den Follower auf der Zunge?

“Wenn man dies so liest möchte man fast sagen: Einsperren und den Schlüssel weg werfen. – Ist es manchmal nicht für einen RA desillusionierend die Strafe in einem (laut Zeitung, man weiss nicht wie es wirklich war) feststehenden Fall “abzumildern”? Oder anders gefragt: Weshalb tut sich ein RA sowas an? Eig müssten Sie doch selbst froh sein, wenn dieser Mensch weg gesperrt wird und somit keine Gefahr mehr für andere darstellt. Andererseits frage ich mich (wieder mal), welche Rolle die Zivilbeamten spielen die diesen Menschen beobachten und es zur Brandstiftung kommen lassen? Hätte es nicht auch der Versuch getan? Oder wollte man “auf Nummer sicher gehen” und mit der ausgeführten Brandstiftung für eine Gefängnisstrafe sorgen?”

 

Hierzu meine Antwort:

“Ich kämpfe für jeden meiner Mandanten. Egal, was er getan hat, woher er kommt oder wie er aussieht. Ein fairer Prozess steht ihm auch zu. Beim Amtsgericht Itzehoe war der Prozess von Anfang an nicht fair. Er war vorverurteilt. Keiner beschäftigte sich mit der Vorgeschichte und der Schuld von vorherigen Gutachtern und der Klinik, die m.E. erst die nunmehr (!) zu Tage getretene Psychopathy zum Ausbruch brachten, denn, wenn jemand eine Psychopathy aufweist, dann darf er nicht behandelt werden, so der Gutachter selbst. Interessant ist auch, dass der Gutachter selbst in der Klinik des Mandanten als Arzt gearbeitet hat. All das wird noch aufzuarbeiten sein.

Und was die “Arbeit” der Beamten anbelangt, da muss man sich an den Kopf fassen. Sie sehen (nach ihren Angaben, denn der Angeklagte wusste nichts mehr von den Taten aufgrund eines exzessiven Tablettenkonsums) zu, wie er angeblich 2 x jeweils ein Auto anzündet und nehmen ihn nicht (!) fest. Die Aufregung und vor allem Wut eines Verteidigers kann man sich vorstellen. Wenn es “nur” ein Auto gewesen wäre, dann wäre es locker eine Bewährungsstrafe geworden. War es also Absicht oder einfach nur Dummheit oder einfach schlechte unprofessionelle Arbeit der Polizei? Daher ist die letzte Frage Ihres Beitrages vollkommen berechtigt.”

Mehr will ich mich jetzt hier noch nicht auslassen. Das Verfahren ist noch nicht rechtskräftig.

Thomas Penneke

logo blog.001